Andacht

Friede sei mit Dir!

Dieser „Friedensgruß“ ist schon immer ein wesentlicher Bestandteil unserer christlichen Rituale und Gottesdienste. Schon in den ersten christlichen Gemeinde war es üblich, jede Person mit diesem Gruß Willkommen zu heißen und auch im Judentum und im Islam hat dieser Gruß eine lange Tradition. „Shalom aleichem“ bzw. „Salam aleikum“ heißt es dort.

„Friede sei mit Dir!“

Diese einfach Grußformel macht deutlich, was es für den Frieden braucht. Es braucht nicht den Blick auf mich, auf meine Bedürfnisse und auf mein Wohlbefinden, sondern es braucht als erstes den Blick auf den Menschen, dem ich begegne und dem ich diesen Wunsch ernsthaft zuspreche.

Dabei gibt es sicher viele Menschen, bei denen mir das leicht fällt – Freunde, Familie, Verwandte – aber eben auch die, bei denen mich das wirklich Kraft kostet. Weil wir unterschiedlicher Meinung sind, verschiedene politische oder theologische Positionen vertreten oder weil wir gerade im Streit sind.

Und dennoch beginnt Frieden gerade mit Blick auf diese Menschen bei mir und bei Dir. Bei meiner und Deiner inneren Haltung, in meinen und Deinen Gedanken, in meinen und Deinen Worten.

Ein Gebet des heiligen Franziskus

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen


Gespräch

Der Blick in die Situation unserer Welt kann zur Zeit viele negative Gefühle auslösen. Trauer, Wut, Angst und vieles mehr. Wie geht es Dir gerade, wenn Du in unsere Welt blickst?

Gibt es Dinge, die Dir zur Zeit Hoffnung geben und Mut machen?

Wenn Du für unsere Welt einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?


Aktion

Formuliert Fürbittgebete für Menschen, die aus Eurer Sicht gerade inneren oder äußeren Frieden besonders brauchen. Betet diese Gebete gemeinsam. Vielleicht im Rahmen einer kleinen Andacht, vielleicht auch im nächsten Gottesdienst in Eure Gemeinde.

Ludwig Schmidt

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