Andacht

„Das tut in meiner Erinnerung.“

Lukas 22,19

Der November ist der Monat des Erinnerns.

Wir erinnern uns an schwere und gute Zeiten.

Wir erinnern an Verstorbene der eigenen Familie und unter den engen Freunden. Da kommen bei mir gute Erinnerungen auf, an meine liebe Oma, die immer so schöne Geschichten erzählt hat, aber auch schwere Erinnerungen, an einen engen Freund, der viel zu früh an Krebs gestorben ist.

Wir erinnern uns an Ereignisse aus der fernen und nahen Geschichte: Pogromnacht, Volkstrauertag, Mauerfall und Wiedervereinigung, …

Erinnern, das kann gut tun und Kräfte frei setzen, wenn es mir gerade mal schlecht geht.

Erinnern, das kann aber auch runterziehen. Das kann Narben wieder aufbrechen lassen und Depressionen auslösen.

Gut ist, wenn ich mit meinen Erinnerungen nicht allein bin, sondern sie teilen kann oder sogar ein Ritual dafür habe. Das gilt für die guten wie auch die schweren Erinnerungen.

Jesus weiß, dass er seine Freunde verlassen wird. Deswegen bereitet er sie schon mal darauf vor. Als sie zusammen das Passamahl feiern, fordert er sie auf, als er Brot und Wein teilt: „Das tut in meiner Erinnerung“. Und tatsächlich, nachdem Jesus gestorben und auferstanden war, da feiern die Freunde immer wieder ein Erinnerungsmahl und in dieser Erinnerung, da ist Jesus mitten unter ihnen. Ja, den Frauen und auch den Emmausjüngern erscheint er sogar auf ihrem Trauerweg. Und beim Brotbrechen, da erkennen sie Jesus. Erinnerung ist anstrengend, sie kann schmerzen. Sie kann aber auch heilen und trösten.

Gebet:

Guter Gott, begleite uns in, wenn wir uns erinnern.

Schenke uns gute Erinnerungen, die nicht verblassen.

Tröste uns, wenn schwere Erinnerungen uns belasten.

Sei mit deiner Gegenwart bei uns, damit wir dich nicht vergessen. Amen


Gespräch

Woran erinnerst du dich gern? Welche Erinnerungen fallen dir schwer? Welche Erinnerungsrituale hast du entwickelt? Tauscht euch zu zweit oder in Kleingruppen aus.


Aktion

Esst zusammen Abendbrot. Nicht klassisch als „Abendmahl“ mit Liturgie (könnt ihr natürlich auch mal machen, fragt dazu eine Pfarrerin oder einen Pfarrer), sondern als Erinnerungsmahl. Erzählt euch reihum Erinnerungsgeschichten, z.B. zu einem vereinbarten Thema (beginnt mit einfachen Themen, z.B. einen guten Witz, eine schöne Situatiuon, dann erst, eine verstorbene wichtige Personen, schwere Themen, wie Verlust und Trauer, historische Themen).

Tobias Funke

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