Dieser Impuls steht dir für die dritte Adventswoche und für die Weihnachtszeit zur Verfügung.

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Andacht

Neulich las ich in einem Adventskalender, Weihnachten sei nicht besonders innovationsverträglich. Das Essen am Heiligabend ist nach meinen ganz eigenen Recherchen zu etwa 95% in der Bevölkerung identisch und jedes Jahr das gleiche. Die Weihnachtsgeschichte ist es auch und wird es bleiben. Und die Lieder. Ich finde es eigentlich auch ganz schön, dass es Traditionen gibt. Das schafft Verlässlichkeit. Auch zu Weihnachten und besonders zu Weihnachten. Denn verlässlich ist auch Gottes Weihnachtsbotschaft, in die dich mitnehmen möchte. Du kannst weiterführende Links anklicken, hinter denen sich weitere Gedanken, Fragen, Verweise oder Aktionen verbergen.

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Das alte Lied aus dem 16. Jahrhundert gehört zweifelsfrei zu einem der meistgesungenen Lieder zu Weihnachten. Entstanden um 1580 hat es eine interessante konfessionelle Geschichte. Interessant ist dafür der entsprechende Wikipedia-Eintrag zu dem Lied.


Strophe 1

Es ist ein Ros entsprungen

aus einer Wurzel zart,

wie uns die Alten sungen,

von Jesse kam die Art

und hat ein Blümlein bracht

mitten im kalten Winter

wohl zu der halben Nacht.

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Die erste Strophe ist eine Rätselaufgabe. Sie nutzt die Metapher einer Pflanze, die wächst und eine Blüte hervorbringt. Ich als Mitsänger des Liedes werde gleichzeitig durch die Bildsprache zum Betrachter der Szene. Ich bin direkt dabei. Was schon lange vorausgesagt und prophezeit wurde, als Tradition weitergesagt oder gesungen wurde, darf ich selbst sehen. Ich darf das Hoffnungszeichen wahrnehmen! Mir blüht diese Pflanze! Mir in meiner Alltagswelt.

Was ersehnst du dir für dich und für dein Leben?

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Strophe 2

Das Blümlein, das ich meine,

davon Jesaja sagt,

hat uns gebracht alleine

Marie, die reine Magd.

Aus Gottes ewgem Rat

hat sie ein Kind geboren,

welches uns selig macht.

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Die zweite Strophe ist die Auflösung, die Antwort des Rätsels: Der prophezeite Messias ist die Blume, bzw. Blüte. Maria ist von Gott auserwählt worden, um ihn auf diese Welt zu bringen. Ganz als Mensch unter Menschen. Unscheinbar. Dieses Kind, dieser Mensch, soll die Erfüllung unserer tiefsten Sehnsüchte sein. Klar, er wird uns kein Haus kaufen oder das Konto füllen oder uns reich und berühmt machen. Was er aber macht: er macht uns selig, beseelt uns neu, bringt uns mit Gott in Verbindung, der unser Daseins-Ursprung ist.

Was ist an dir göttlich?

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Strophe 3

Das Blümelein so kleine,

das duftet uns so süß;

mit seinem hellen Scheine

vertreibt’s die Finsternis.

Wahr‘ Mensch und wahrer Gott,

hilft uns aus allem Leide,

rettet von Sünd und Tod.

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In der dritten Strophe werden Rätsel und Auflösung christlich gedeutet. Strophe 3 ist in ihrem zweiten Teil vor allem ein Glaubensbekenntnis. Jesus Christus, der ganz als Mensch geboren und von Gott selbst in diese Welt gesandt wurde, ist das Licht der Welt. Er soll der Dunkelheit entgegenstehen, die Schattenseiten unseres Daseins auf der Welt mit ihren Gesetzmäßigkeiten offenlegen, damit uns einleuchtet, was uns wirklich Heil bringt. Was für ein Weihnachtsgeschenk ist das denn bitte!? 

Was löst diese Botschaft in dir aus?

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Gebet

Gott, komm in meine Finsternis.

Erleuchte mich, dass ich dein Heil sehe und erkenne.

Lass dein Licht durch die Weihnachtszeit und weit darüber hinaus strahlen.

In meinen Alltag.

In mein Herz.

Dass auch ich blühe für diese Welt.

Amen.

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Stephan Wilczek

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