Andacht

„JUDIKA!“

Am 5. Sonntag der Passionszeit geht die Passionzeit eigentlich erst richtig los – mit einem Hammer: „Judika“ („Richte!“) ein Wort aus dem Psalm 43:

Richte mich Gott“, oder „Verschaff mir Recht, Gott, […].“

Es ist ein harter Gott und ein blinder Gehorsam, den dieser Sonntag in den Blick nimmt. Wir sehen Gott vielleicht viel lieber als eine umsorgende Mutter, als guten Freund oder Beschützer im Alltag. Doch die Bibel spricht auch von einem Gott, der Ungehorsam mit Strafen schlägt und Hiob unverdient in Unglück stürzt. Ein Gott, der Jesus abverlangt, als Opfer in den Tod zu gehen. Dunkel ist dieser Gott und fern.

So stellt sich übrigens eine KI einen zornigen Gott und einen gütigen Gott vor. Trifft das auch mit euren Vorstellungen überein?

Hört euch das Lied „Himmelweit und Erdennah“ an.

Es beschreibt diese Ambivalenz des richtenden und des liebenden Gottes und versucht beide Seiten zu beleuchten:

CHORUS

Du bist ein richtender Gott,

ein hörender Gott,

ein rettender Gott bist du!

Du bist ein herrschender Gott,

ein streitender Gott,

ein liebender Gott bist du!

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“, bekennt Hiob in tiefster Not. Im Vertrauen darauf wird es möglich, sich auf Gott zu verlassen. Vielleicht können wir Gott so verstehen: Jesus, Gottes Sohn, der selbst gehorsam ist, dient den Menschen und verhilft ihnen zum Leben. Auch hinter der dunkelsten Geschichte scheint das durch: Gott will, dass allen Menschen geholfen wird.


Gespräch

Tauscht euch aus:

Kennt ihr Erzählungen in der Bibel wo ihr Gott nicht versteht?

Wo Gott in euren Augen vielleicht straft oder ungerecht agiert?

Gibt es Situationen in eurem Leben wo ihr euch wie im Lied fragt: „Warum lässt du das zu?, Wann greifst du ein?“


Aktion

 

Lest/Betet den Wochenpsalm (Psalm 43) (Entweder zusammen oder im Wechsel).

Lest den Text danach noch einmal jede:r für sich.

Welche Schlagworte oder Wortgruppen fallen euch ins Auge, die euch wichtig sind, die euch berühren, oder die euch ärgern?

Tauscht euch darüber aus.

431 Verhilf mir zu meinem Recht, Gott!

Vertritt mich vor Gericht gegen das Volk,

das sich nicht an deine Gebote hält!

Rette mich vor falschen und bösen Menschen!

2Denn du bist der Gott, der meine Zuflucht ist!

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen,

bedrängt von meinem Feind?

3Sende dein Licht und deine Wahrheit!

Sie sollen mich sicher führen.

Sie sollen mich zu dem Berg bringen,

wo dein Heiligtum ist – deine Wohnung.

4Dann will ich vor den Altar Gottes treten,

vor Gott, der mich mit Jubel und Freude erfüllt.

Zur Musik der Leier will ich dir danken,

Gott, du mein Gott.

5Was bist du so bedrückt, meine Seele?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue,

hat mir mein Gott schon geholfen.

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