„Der HERR ist auferstanden!“

„Der HERR ist auferstanden!“ Diesen Satz haben sich Christen und Christinnen in vielen Ostergottesdiensten am Sonntag dieser Woche zugesprochen und ich selbst bekomme all-österlich eine SMS (ja – eine SMS – das ist wie WhatsApp, nur ohne Internet) von meinen Schwieger-Großeltern, die diesen Text enthält.

Nur diesen Text.

„Der HERR ist auferstanden!“ Das ist – zumindest für mich – die zentrale Botschaft des Osterfestes, vielleicht sogar unseres gesamten christlichen Glaubens. „Der HERR ist auferstanden!“ – Jesus ist nicht (mehr) tot. – Jesus lebt!

Gleichsam finde ich diese Botschaft kompliziert. Vor allem deswegen, weil sie – wörtlich verstanden – all unserer menschlicher Erfahrung widerspricht, denn gestorbene Menschen sind nunmal – zumindest physisch – nicht mehr unter uns. Folglich kann ich all diejenigen gut verstehen, die fragen oder sagen: „Wie soll das gehen?“, „Das ist nicht möglich!“ oder gar „Christ:innen sind doch Spinner!“

Aber vielleicht ist das gar nicht wichtig. Vielleicht spielt es überhaupt keine Rolle wie genau wir, ich und du sich die Auferstehung Jesu vorstellen. Ja, vielleicht ist sogar der Satz: „Der HERR ist auferstanden!“ gar keine Aussage über einen physischen Fakt, der „wirklich“ so passiert ist, sondern vielmehr ein ganz persönliches, erfahrungsbezogenes Bekenntnis.

Ein Bekenntnis zur Beschränktheit meines menschlichen Vermögens, alle Dinge auf dieser Welt zu verstehen. Ein Bekennnis zu meiner Kleinheit in einer Welt, die von etwas Größerem, Unbegreiflichem geschaffen und durchdrungen ist. Ein Bekenntnis dazu, dass das menschliche Leben nur ein Teil eines – vieleicht unendlichen, ewigen – großen Ganzen ist.

Vielleicht ist der Satz: „Der HERR ist auferstanden!“ viel näher an dem islamischen: „allahu akbar“ also „Gott ist größer“, als wir denken.

Amen


Gespräch

Welche Bilder und Gedanken löst der Satz: „Der HERR ist auferstanden!“ in Dir aus?

Spielt der Satz in Deinem ganz persönlichen Glauben eine Rolle? Wenn ja, welche? – Wenn nein, warum nicht?


Aktion

Sprecht Euch gegenseitig den Satz: „Der HERR ist auferstanden!“ zu. Vielleicht könnt ihr Euch dazu auch die Hände schütteln.

Kommt danach ins Gespräch darüber, welche Gefühle das bei Euch ausgelöst hat.

Ludwig Schmidt

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