Andacht

Mauern, massiv gebaut, sichern Türme und Häuser, früher sogar ganze Städte. Sie schützen, was sich in ihrem Inneren befindet. Menschen, Hab und Gut.

Mauern können abgrenzen. Reste der deutschen Teilung sind noch zu erkennen. Hier sollte sichtbar die deutsche Teilung vollzogen werden. Mitten durch Straßenzüge hindurch wurde sie aufgebaut. Sie war ein Ort, der für Erniedrigung, Unfreiheit, ja sogar den Tod stand.

So gesehen kann eine Mauer für all das stehen, was mich abhält, unterdrückt, klein macht, ausgrenzt, hindert, was mir Angst machen kann. Ich denke z.B. an die täglichen Nachrichten, an die noch immer hohen Zustimmungswerte für Rechtspopulismus und dessen abscheuliche und menschenverachtende Themensetzung, an Mobbing, an die bevorstehenden Prüfungssituationen…

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„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“

(Psalm 18,30b)

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Ein Psalm, der vorher von ebensolcher Erniedrigung spricht, von Gefahrensituationen, Gottlosigkeit, Furcht, Feindseligkeit, Krieg, Verfolgung, Hass, Todesangst. Dieser kleine Teilvers rühmt Gottes Stärke und Größe, denn im Vertrauen zu Gott und seine Kraft konnte der Verfasser des 18. Psalms überwinden, was ihm ans Leben ging.

Gottes Nähe errettet. Seit Ostern wissen wir: seine Macht bringt Steine ins Rollen. Durch ihn war das Grab leer. Durch ihn tragen Tod und Unheil keinen Sieg davon.

Wenn wir Gott vertrauen und von diesen österlichen Zeichen wissen, kann es sein, dass wir mit Gott sogar Mauern überspringen können.


Gespräch/Themenabend

Dieser beginnt ohne die Andacht, nimmt ihr Thema aber auf und kann es intensiver in Austausch bringen.

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Hört euch gemeinsam das Lied „We Don’t Need No Education“ von Pink Floyd an. Hilfreich ist auch ein Textauszug, bzw. eine Übersetzung dazu.

Was löst das Lied bei dir aus? Was stößt es an? Was bewegt dich?

Pink Floyd besingen im Schulkontext, was junge Menschen erniedrigt und sich aufbaut wie eine unüberwindbare Mauer. Das war u.a. der Umgang von Lehrpersonen mit Schüler*innen als weiterer Stein in dieser Mauer.

Welche Situationen fallen euch heute ein, die ein Baustein für eine unüberwindbare Mauer sein könnten? Welche Nachrichten oder welche persönlichen Erfahrungen entmutigen euch? Wo nehmt ihr Hass, Verfolgung und Tod wahr?

Notiert sie auf Moderationskarten, die ihr wie Mauersteine in der Mitte hinlegen oder an eine Pinnwand heften könnt.

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Immer wieder erleben Menschen Erniedrigung und Todesgefahr, z.B. in autoritären Systemen (Iran, Russland), Entmutigung vielleicht auch im Schulkontext (z.B. in der Klassenarbeit wieder unter den Erwartungen geblieben), vielleicht sogar auch in der Gemeinde…?

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Bringt Psalm 18,30b (siehe oben) ins Gespräch ein, gern groß auf ein Plakat geschrieben.

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Wann kann man denn behaupten, mit Gott über Mauern springen zu können? (Gespräch)

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Ein Psalm, der vorher von Erniedrigung spricht, von Gefahrensituationen, Gottlosigkeit, Furcht, Feindseligkeit, Krieg, Verfolgung, Hass, Todesangst. Dieser kleine Teilvers rühmt Gottes Stärke und Größe, denn im Vertrauen zu Gott und seine Kraft konnte der Verfasser des 18. Psalms überwinden, was ihm ans Leben ging.

Gottes Nähe errettet. Seit Ostern wissen wir: seine Macht bringt Steine ins Rollen. Durch ihn war das Grab leer. Durch ihn tragen Tod und Unheil keinen Sieg davon.

Wenn wir Gott vertrauen und von diesen österlichen Zeichen wissen, kann es sein, dass wir mit Gott sogar Mauern überspringen können.

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Aktion/Gebet:

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Weil wir Gott in unserem Leben vertrauen dürfen, dürfen wir ihm auch alles das anvertrauen, was uns zur „Mauer“ wird. Zündet eine Kerze an, die Gottes Gegenwart symbolisiert. Setzt euch um dieses Licht. Nehmt nun die einzelnen „Mauersteine“, bringt sie ins Gebet. Jede*r zieht einen Zettel und trägt ihn vor oder eine*r benennt das Thema und alle anderen dürfen ihre Bitten dazu vor Gott bringen. Folgender Ablauf kann hilfreich sein:

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Eröffnung:

Gott, du bist da, wo wir dich brauchen. Du hast dem Tod die Macht genommen. Wir bringen vor dich, was uns beschäftigt und bitten dich, verwandle, was entmutigt, niederdrückt und schadet:

Nun können die Anliegen einzeln ausgesprochen werden und ggf. jeweils dafür gebetet werden.

Zum Abschluss könnt ihr das Vaterunser gemeinsam sprechen.

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Verabredet ganz zum Schluss, wie ihr euch gegenseitig für die kommende Zeit ermutigen könnt.


Aktion ohne den Themenabend

Nimm dir einen Moment Zeit für dich selbst, um über die Fragen aus dem Themenabend nachzudenken. Hilfreich kann es sein, wenn du sogar allein spazieren gehst. Rund um und in Dresden gibt es viele anregende Wege und Orte, gerade jetzt in der Frühlingszeit. Nutze die Zeit auch für ein Gebet, nur du und Gott. Du kannst die Impulse aus dem Themenentwurf nutzen.

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Stephan Wilczek

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