Andacht

„Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiter zu wandeln.“ Christian Morgenstern

Ein Mann sitzt im Zug. Bei jeder Station schaut er aus dem Fenster

hinaus, liest den Ortsnamen und stöhnt. Nach vier oder fünf Stationen fragt ihn

besorgt sein Gegenüber: „Tut Ihnen etwas weh? Sie stöhnen so entsetzlich.“ Da

antwortet er: „Eigentlich müsste ich aussteigen. Ich fahre schon lange in die

falsche Richtung. Aber hier ist es so schön warm drin.“

Die meisten Menschen kennen es: es gibt liebgewonnene, eingefahrene Routinen und Dinge, die schon immer so gemacht wurden. Manche Angewohnheiten wurden von anderen übernommen, andere haben sich durchgesetzt. Auch wenn wir wissen, dass es möglich wäre, regelmäßiger Sport zu machen, effektiver zu lernen oder sich rhetorisch besser auszudrücken und es außerdem dazu meist noch tolle Tipps von Freunden, Ratgebern oder selbsternannten Coaches von Tik Tok oder Insta gibt, sind dennoch die angewöhnten und vertrauten Handlungen leichter durchzuführen. Oft fällt es leichter, auf der Couch sitzen zu bleiben als loszugehen und Veränderung zu suchen.

Gott erweist sich in der Geschichte mit uns Menschen immer wieder als ein Gott der Veränderung. Selten bzw. eigentlich so gut wie nie gab es biblische Darstellungen und prägende christliche Persönlichkeiten, die dafür einstanden, dass alles bleiben soll wie es ist. Die einzige Ausnahme hierbei ist Jesus als Grundlage und lückenlos zusammenhängende personale Wahrheit durch alle Zeiten hindurch.

Dabei sind Rituale und das Übernehmen von Wissen wichtig für ein stabiles Umfeld, in dem es sich gut leben lässt. Hierbei stellt sich die Frage auf welcher Grundlage dieses Gewohnte besteht.

„Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiter zu wandeln.“ Ein Satz von Christian Morgenstern. Ein Satz, der auch auf einem überlieferten Gottesbild beruht, um Gottes Gegenwärtigkeit zu verstehen. Gott ist wie die Sonne: Energie, Wärme und Licht. Alles andere als eine schöne, kleine, zur Gemütlichkeit anregende Laterne.

Was bedeutet das für den Ausstieg aus dem sicheren, warmen Zug, der vermeintlich in die falsche Richtung fährt und liebgewonnene, eingefahrene Routinen und Dinge, die schon immer so gemacht wurden?  

Um im Bild zu bleiben und beim Vergleich „Gott ist wie die Sonne“, gibt es nichts zu verlieren, auch wenn die eigenen, geschaffenen Gewohnheiten und Grundlagen vermeintliche Sicherheit bringen. Das Wissen darum, dass auf neuen unbekannten Wegen Gott für uns Licht, Wärme und Energie zur Verfügung stellen wird, sollte dazu führen, auch Neues und Unbekanntes auszuprobieren.  Auszusteigen, sich umzusehen und zu schauen, was der Fahrplan noch so zu bieten hat, um ans Ziel zu kommen.


Gespräch

Was sind für euch eigene geschaffene Gewohnheiten und Grundlagen, die Euch Sicherheit in den Alltag bringen?

Wo lohnt es sich, Situationen auszuhalten, auch wenn diese eher unangenehm und nicht zielführend sind?


Aktion

Sammelt als Bilder auf einem Flipchart Gottesbilder, die für Euch hilfreich sind. Ab besten schreibt ihr in die Mitte „Gott ist wie…“!                

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